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Melitta Storn war ein M�dchen aus den Bergen. Die Wurzel ihres Seins war die Loyalit�t dem
Stamm gegen�ber, ihre Treue zu Storn, ihrem �ltesten Bruder, dem Oberhaupt der Familie.
Da� er blind war und sie, den j�ngeren Bruder und die Schwester nicht verteidigen konnte,
spielte hier keine Rolle. Nie stellte sie seine Autorit�t in Frage. Er hatte ihr die Aufgabe
gestellt, zu entrinnen und Hilfe zu finden, und sie hatte zu gehorchen.
Sie stand vom Bett auf, legte einen Pelzmantel um die Schultern und zog Pelzsocken �ber die
F��e, denn die Nacht war bitterkalt. Sie tastete nach Feuerstein und Zunder und machte Licht.
Es war nur eine winzige Flamme, aber sie war tr�stlich. Melitta setzte sich vor das Licht und
�berlegte, was sie tun konnte.
Sie mu�te nach Carthon. Dort wartete jemand auf sie, der ihr helfen konnte. Sie vermochte
sich allerdings nicht vorzustellen, wie das m�glich sein sollte.
Noch immer folgten ihr die Wachen in respektvollem Abstand, und das w�rden sie auch jetzt
tun, sobald sie ihr Zimmer verlie�. Sie f�rchteten Brynat mehr, als sie ihren Schlaf liebten.
Aus Angst vor ihm hatte noch keiner Hand an sie zu legen gewagt. Aber ihm daf�r dankbar
zu sein, hie�e unweigerlich, in seine Falle zu tappen.
Melitta war Realistin; also �berlegte sie den n�chsten Schritt.
Sie trat ans Fenster und zog den Pelz enger um sich. Sie lehnte sich weit hinaus. Ehe der
Schnee die P�sse schlie�t... Sie glaubte, im bei�endkalten Nachtwind den Schnee zu riechen...
Die Nacht war noch jung. Die Monde Idriel und Liriel standen hoch am Himmel, und der
perlmuttschimmernde Mormalor stieg eben hinter dem Grat eines Berges herauf. Wenn es ihr
gel�nge, die Burg vor Anbruch der Morgend�mmerung zu verlassen...
Jetzt konnte sie noch nicht gehen. Die M�nner waren unten in der Halle bei ihrem Gelage.
Allira konnte noch nach ihr schicken, und da durfte sie nicht verschwunden sein. Aber in den
Stunden vor der ersten Morgend�mmerung, wenn sogar die Nachtluft schl�frig und ein wenig
benommen war, da mochte es ihr gelingen, so da� sie am Vormittag, wenn sie ihr leeres
Zimmer entdeckten, schon weit weg sein konnte. Sie schlo� das Fenster, kuschelte sich in
ihren Pelz und schmiedete an ihrem Plan.
Wohin konnte sie gehen, wenn sie die Burg hinter sich hatte? Carthon, wo immer es lag,
konnte sie sicher nicht in einer einzigen Nacht erreichen. Sie brauchte Unterkunft und
Nahrung, denn die Reise konnte sie bis ans Ende der Welt f�hren. Der eine oder andere Vasall
ihres Vaters w�rde sie sicher aufnehmen, denn sie liebten Storn und auch sie, wenn sie auch
gegen den Wegelagerer und R�uber Brynat keinen Schutz bieten konnten. Sie w�rden sie
verstecken, bis sie sicher ihren Weg fortsetzen konnte, sie w�rden sie mit Lebensmitteln
versorgen und sie auf den richtigen Weg nach Carthon bringen.
Die n�chsten Nachbarn waren die Aldarans, deren Burg unter dem Hohen Kimbi lag. Soviel
sie wu�te, hatten sie keine Blutfehde mit den Storns und keine Verpflichtung Brynat
gegen�ber. Aber auch sie konnten jetzt nicht f�r die Storns k�mpfen. Ihre Gro�mutter
stammte von den Leyniers ab, die mit den Altons von den Sieben Dom�nen verwandt waren,
aber selbst die Macht der Comyn hatte hier in den Bergen eine Grenze.
Obwohl sie ihren Bruder nicht kritisierte, �berlegte sie nun, da� es vielleicht zweckm��ig
gewesen w�re, wenn er Sich, da er ja wu�te, wie schwach er war, unter den Schutz einer der
m�chtigen Bergherren gestellt h�tte. Aber die Kl�fte und Abgr�nde um die Burg Storn waren
bisher immer ein ausreichender Schutz gewesen.
Er k�nnte Allira oder mich an einen Sohn eines gro�en Hauses verheiratet haben, dann
h�tten wir deren Schutz gehabt, �berlegte sie.
Aber es hatte keinen Sinn, jetzt dar�ber zu gr�beln.
Sie nahm die winzige Lampe und ging damit zu ihrer Truhe. In Mantel und langen R�cken
konnte sie sich nicht ausreichend bewegen. Am Boden der Truhe fand sie einen alten
Reitmantel, der aus dickem Stoff bestand und mit Pelz gef�ttert war. Er w�rde warm und
unempfindlich sein und zu wenig kostbar, um die Habgier von R�ubern zu reizen. Dann fand
sie alte Reithosen ihres 3ruders, die mit Leder besetzt waren. Die hatte sie getragen, wenn sie
auf den Besitzt�mern herumritt. Sie f�gte noch eine warme, gestrickte Bluse hinzu, eine
lange, dicke, gef�tterte Tunika, ihre Pelzstiefel und Socken. Sie machte ein kleines Paket aus
Unterw�sche und einigen kleinen Schmuckst�cken, die sie unterwegs verkaufen oder
verschenken konnte, wenn sie Hilfe fand. Dann flocht sie ihre Z�pfe und zog eine wollene
Kappe dar�ber. Nun l�schte sie die Lampe und ging zum Balkon. Bis jetzt hatte sie nur
gehandelt, ohne genau zu wissen, wie sie aus der Burg gelangen konnte.
Es gab Geheimg�nge, und sie kannte einige davon. Einer ging vom Weinkeller aus und f�hrte
an den Verliesen vorbei. Sie mu�te also nur in den Weinkeller gelangen. Das war ziemlich
einfach, vorausgesetzt, sie konnte die Posten so betrunken machen, da� man sie durchlie�.
Ein anderer Weg, nur unbenutzt und vergessen, sonst aber durchaus nicht geheim, war ein
Tunnel, der zu den Felsen f�hrte, wo in alten Zeiten die Schmiedefeuer gebrannt hatten, denn
die kleinen, dunklen Bergbewohner hatten das Feuer verehrt, an dem sie ihre Ger�te
schmiedeten, die, so hie� es, Zauberkraft besa�en. Sp�ter hatte sich das kleine Volk tiefer in
die Berge zur�ckgezogen, und die Storns waren erst gekommen, nachdem sie schon lange
weg waren. Als Kind hatte Melitta mit ihren Geschwistern die H�hlen und verlassenen
Wohnst�tten des Schmiedev�lkchens erforscht, aber zugleich mit ihnen war ihr Zauber
gegangen. K�mmerliche, �rmliche Reste hausten noch in den D�rfern um die Burg Storn,
aber sie waren jetzt mit den Bauern fortgetrieben worden. [ Pobierz całość w formacie PDF ]

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